CDO, CIO, CBO & Co. – Wir bringen Licht ins Dunkle der neu geschaffenen Führungspositionen

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Wer sich mit Führungspositionen in modernen Unternehmen beschäftigt, stößt häufig auf Abkürzungen. Während einige inzwischen etabliert sind, entstehen auch immer wieder neue Positionsbezeichnungen. Wir verraten Dir, welche das sind - und wer für Dich die richtige Ansprechperson ist.

Wir alle haben sie schon einmal gesehen: mehr oder weniger kryptische Abkürzungen, die im Kontext von Stellenbeschreibungen moderner Unternehmen auftauchen und meist mit C beginnen. Viele davon sind mittlerweile als Kurzbezeichnung für bestimmte Positionen in Unternehmen etabliert. So etwa der CEO, der „Chief Executive Officer“ oder auch der CFO (Chief Financial Officer), der die Hoheit über die finanziellen Mittel besitzt. In den letzten Jahren ist diese Riege an Kürzeln immer weiter gewachsen – einige neue Abkürzungen begegnen Dir mittlerweile auch vermehrt in Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum.

Damit auch Du den Durchblick im Buchstabendschungel behältst – und im Zweifelsfall weißt, welche Stelle zu dir passt oder der richtige Ansprechpartner für dein Anliegen ist – werden Wir Dir im Folgenden alle wichtigen neuen C-Levels vorstellen.

Table of Contents

C-Levels – mit C wie Chefetage

Viele moderne Unternehmen ordnen ihre Positionen in der obersten Führungsebene nach den sogenannten C-Levels. Das „C“ steht hierbei für „Chief“. Die bekannteste dieser Bezeichnungen ist der CEO, also der Chief Executive Officer. Während viele Berufsbezeichnungen sich zwischen einzelnen Organisationen unterscheiden können, sind die C-Levels so etwas wie ein ungeschriebener Standard, der unternehmensübergreifend genutzt wird.

Die C-Level-Positionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine strategische Rolle im Unternehmen spielen –  sie sind an Entscheidungen beteiligt, die das gesamte Unternehmen betreffen und fungieren oft auch als oberster Verantwortlicher für eine Abteilung wie etwa IT, Finanzen oder Marketing.

CDO - Chief Digital Officer

Der CDO – der Chief Digital Officer – ist der Hauptverantwortliche für die Digitale Strategie Deines Unternehmens. Die Digitale Transformation sorgt dafür, dass sehr viele, auch „traditionelle“, Geschäftsfelder inzwischen digitale Technologien nutzen. Sei es Social Media für die Kundenbindung oder auch Tools für die Kommunikation der Angestellten untereinander. Der CDO entwirft die Roadmap, mit deren Hilfe Dein Unternehmen diese Digitale Transformation beschreitet.

Zu seinen Aufgaben gehört es, das für die Digitalstrategie bereitgestellte Budget zu verwalten. Er initiiert, koordiniert und verantwortet die Prozesse, die die Digitalisierung im Unternehmen voranbringen und sorgt für deren Weiterentwicklung. Außerdem obliegt es auch ihm, das Wissen über und die Begeisterung für digitale Technologien in die Belegschaft zu bringen. Erst, wenn vom Azubi bis zum Geschäftsführer alle Personen in Deinem Unternehmen nachvollziehen können, weshalb und wie eine bestimmte Technologie für Prozesse des Unternehmens verwendet wird, kann die entsprechende Technologie auch wirkungsvoll eingesetzt werden.
Ein CDO bildet außerdem die Schnittstelle zwischen Marketing und Technologie. Dafür braucht er sowohl technische Kenntnisse als auch Business-Erfahrung und Kundenorientiertes Denken.

Ein CDO ist bei den Unternehmen immer noch eher eine Ausnahme als die Regel. In einer Studie von PriceWaterhouseCooper (PwC) wurden 2.500 der weltweit größten Unternehmen dazu befragt. Nur 21% davon gaben an, einen CDO (oder eine gleichgestellte Position) zu besitzen. Bei deutschen Unternehmen liegt die Quote mit 19% nur knapp darunter, wie der Digitalverband Bitkom herausgefunden hat. Das heißt jedoch nicht, dass alle anderen Unternehmen die Digitalisierung verschlafen. Einige sehen es einfach als vorteilhaft an, ihre digitale Transformation nicht in die Hände eines Einzelnen zu legen.

Eine bekannte CDO ist zum Beispiel Lauren Sager Weinstein, die bei TFL (Transport for London) mithilfe von Daten die Nutzung des Transportsystems der Britischen Hauptstadt analysiert. So leitete sie ein Pilotprojekt zur Auswertung von Wifi-Daten, dass bei Kosten von 100.000 Pfund Daten im Wert von 322 Millionen Pfund lieferte.

CIO – Chief Innovation Officer

Der CIO – Chief Innovation Officer – ist dafür zuständig, Innovationen im Unternehmen zu fördern. Das bedeutet, dass er nicht nur Innovationsprozesse managt, sondern sie auch anstößt. Dafür gehört es zu seinen Aufgaben, neue Technologien und Entwicklungen im Blick zu haben und sie zu bewerten. Dazu gehört, ein offenes Ohr für Nutzer solcher Technologien zu haben, etwa Kunden oder Kollegen. Wenn sich ein neuer Trend abzeichnet, ist er vielleicht (aber nicht zwingend) auch für Dein Unternehmen nützlich. Der CIO erkennt die Potenziale neuer Entwicklungen und entwickelt Strategien, um ihren Nutzen für das Unternehmen abzuschätzen und sie im Bedarfsfall als Innovation umzusetzen.

Für das Innovationsmanagement gibt es dabei vier Säulen:

  • Strategie – Technologietrends beobachten und deren möglichen Nutzen im Unternehmen mit konkreten Ideen abwägen. Genauere Vorstellungen erleichtern später die Einführung.
  • Prozess – Ein guter Innovationsprozess verbindet Ideenmanagement mit der Umsetzung sowie mit Feedbackschleifen, um Probleme und Potenziale früh zu erkennen.
  • Organisation – Auch ein Innovationsprozess braucht Zuständigkeiten. Der CIO sollte dafür sorgen, dass seine Vision auch mit der Roadmap sowie den Rollen und Gremien der IT-Organisation zusammenpasst.
  • Kultur – Auch die sogenannten „Weichen Aspekte“ sollte gewährleistet sein. Dazu gehört eine Kultur des Lernens und des Wandels im Unternehmen, besonders in der IT.

 

Allgemein solltest Du im Hinterkopf behalten, dass die Interpretation der Rolle des CIO je nach Unternehmen variiert. Diese Position ist noch recht neu, was sie in Kombination mit dem nicht immer eindeutigen Begriff „Innovation“ schwierig zu umreißen macht. Sie ist außerdem leicht mit dem Chief Information Officer zu verwechseln, der auch CIO genannt wird. Da Innovationen besonders in der Informationstechnologie eine große Rolle gespielt haben, sehen Einige den Wandel vom klassischen Chief Information zum -Innovation Officer, während Andere die Begriffe getrennt halten und den Chief Innovation Officer mit CINO abkürzen.

CCO – Chief Customer Officer

Der Chief Customer Officer (auch Chief Client Officer genannt) vertritt als „Anwalt der Kunden“ ihre Interessen und verschafft diesen eine zentrale Position im Unternehmen. Er ist dafür verantwortlich, das Unternehmen und seine Produkte kundenzentriert auszurichten. Das bedeutet, dass er Services, Produkte und Abläufe aus Sicht des Kunden betrachtet, anstatt aus Sicht der eigenen Abteilung. Zusammen mit den anderen Bereichen des Unternehmens steuert der CCO das unternehmerische Handeln, indem er die Perspektive der Kunden in die Entscheidungsgrundlagen mit einfließen lässt.

Folgende konkretere Aufgaben hat der CCO:

  • Dialog – Sieht der Kunde im Unternehmen einen Partner, mit dem man im Problemfall reden kann, wird er von Klagen und Konfrontationskurs absehen. Der Dialog ist außerdem essenziell, um die Perspektive und Lebenswirklichkeit des Kunden verstehen zu können – inklusive seiner Probleme, die Dein Produkt oder Service lösen möchte. Oder der Probleme, die er mit letzteren hat. Am besten für diese Aufgabe ist natürlich das persönliche Gespräch. Im B2B-Bereich ist direkter Austausch in der Regel gut möglich, im B2C-Bereich seltener. Hier kann das Beobachten von Communities in sozialen Medien – etwa mit Monitoringtools wie Brandwatch – helfen.
  • Impulse – Durch seine Fachkompetenz in den Bereichen, in denen sich die Kunden bewegen, sowie durch sein praktisches Verständnis für Lösungen und ihre Potenziale kann der CCO den Anstoß für neue Lösungen geben, die den Kunden auf der gesamten Customer Journey im Blick haben und ihm hilft. Beim Endverbraucher der Eindruck entstehen, dass die entsprechende Lösung durchdacht ist. Bei der Umsetzung der der neuen Ideen arbeitet der CCO mit dem CDO zusammen.
  • Kundenzufriedenheit und Erwartungen erfüllen – Besonders im B2B-Bereich schätzen Kunden einen festen Ansprechpartner und wollen bei Problemen nicht hin- und her verwiesen werden. Als abteilungsübergreifender „Kundenversteher“ ist der CCO hierfür prädestiniert. Neben der Zufriedenheit wollen auch die Erwartungen der Kunden im Blick behalten werden. Diese beziehen sich in der Regel auf das Leistungsversprechen des Unternehmens. Wichtig ist hier, dass dieses „Versprechen“ von Kunde und Unternehmen gleich interpretiert wird, da sonst Missverständnisse und Unzufriedenheit entstehen können.

 

Zusammengefasst kann der CCO als eine Mischung aus Business Consultant, digitalem Strategen und Vertriebler betrachtet werden. In Deutschland hat beispielsweise die Allianz einen Chief Customer Officer etabliert. Dort kümmert sich Olaf Tidelski als CCO darum, dass Produkte, Dienstleistungen und Prozesse auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet werden. 

Wir von tractionwise werden von unseren Kunden in Projekten auch gerne als externer CCO bezeichnet, da wir als Customer Insights Experten in Projekten die Rolle des Kunden einnehmen bzw. Kundenzentrierung ins Projekt und anschließend in die Organisation bringen. 

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CBO – Chief Behavioral Officer

Um Kunden und ihre Handlungen zu verstehen, ist es wichtig, die Gründe dafür zu kennen. Menschen treffen Entscheidungen aufgrund von Mustern, sogenannter Behavioral Patterns. Wer diese Verhaltensmuster versteht, kann mit diesem Wissen seine Produkte und Services verbessern und die Zufriedenheit der Kunden steigern. Auch, um Probleme, Motivationen und Potenziale der eigenen Mitarbeiter zu verstehen, ist Verhaltenspsychologie nützlich.

Hier kommt der CBO ins Spiel. Seine Aufgabe ist es, psychologische Prinzipien in geschäftlichen Feldern wie etwa dem Marketing zur Anwendung zu bringen. In folgenden Bereichen findet sein Know How Anwendung:

  • Employee Engagement – Der CBO hilft dabei zu verstehen, was Deine Kollegen und Mitarbeiter antreibt und motiviert. Das ist in den meisten Fällen viel mehr als nur Geld.
  • Kundenverhalten – Besonders im Marketing finden psychologische Prinzipien Anwendung. Maßnahmen wie kostenlose Probezeiträume helfen dabei, die Verhaltensweisen der Kunden nutzbar zu machen. Das Ergründen der Antworten auf Fragen wie „Wie wird unsere Zielgruppe auf X und Y reagieren?“ helfen dabei.
  • Innovation – Ein Unternehmen wächst und fällt mit seinen Kunden. Deren Verhalten zu verstehen ist daher sehr wichtig. Insights aus der Verhaltenspsychologie helfen dabei, neue Ideen und Lösungen zu finden, um diese Aufgabe stetig besser zu erfüllen.

 

Beispiele für Unternehmen mit CBOs sind etwa Microsoft, Uber, Google und Facebook. Wenn Du mehr zu Behavioral Economics erfahren möchtest, dann schau Dir den Artikel an. 

CRO – Chief Revenue Officer

Der Chief Revenue Officer ist eine Schlüsselposition im Vertrieb. Er ist verantwortlich für sämtliche Prozesse, die einen Umsatz generieren – also für alle Einnahmequellen. Der CRO hat die Aufgabe, alle Bereiche im Unternehmen zu nutzen und aufeinander abzustimmen, die am Umsatz beteiligt sind. Dazu gehören insbesondere Marketing, Vertrieb, Support, und Preisgestaltung. Auch der Überblick über die langfristige Strategie des Unternehmens hinsichtlich seiner Umsatzgenerierung.

Die Vielfalt an Aufgaben sorgt dafür, dass ein CRO in ständig wechselnden Rollen unterwegs ist. Ob in der Vermittlung oder im Vertrieb – der Chief Revenue Officer sollte interdisziplinär den Überblick behalten.

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